In meinem nächsten Leben werde ich Klempner

Januar 3rd, 2008

oder Elektriker, oder Tischler, oder Allround-Handwerker… jedenfalls wenn ich wieder vorhaben sollte, in Griechenland zu leben…

Ein Umzug bringt unweigerlich Handwerker mit sich, die in Griechenland ins Haus zu bekommen ja bekanntlich besonders schwer ist. Ich wusste, umziehen würde anstrengend werden, aber ich habe gedacht, ich würde verschont. Irgendwie habe ich erwartet, dass ich davonkommen würde. Weil ich schon lange genug da bin, oder weil man ja auch einfach mal Glück haben kann… so ungefähr.

Auf den ersten Blick sah das neue Haus ja in Ordnung aus. Es war gestrichen worden, aber auf den zweiten Blick… oje!

Ich fing mit dem einfachsten und dringlichsten an. Da die Vormieter alle Lichter kaputt gemacht und offenbar sogar jede Glühbirne mitgenommen hatten, brauchte ich zuerst einen Elektriker.  Der kam auch erstaunlich schnell. Auf seine interessierte Frage, wo ich meine Spülmaschine wohl anschließen wollte, ging ich nicht weiter ein, das war ja das Problem für den Klempner, obwohl es mir ja schon komisch vorkam, dass es ihn beschäftigte… Als mir später jemand sagte, dieser Elektriker wäre auch Klempner, im Grunde könnte er alles, konnte ich es nicht fassen. Ich kam 2 Tage lang nicht drüber hinweg, dass ich einen Klempner im Haus gehabt und ihn gehen lassen hatte.  So ein Pech kann man sich nun wirklich nicht vorstellen!

Da der Klima-Anlagen-Installateur meine Klima-Anlage zwar brav “aus- und wieder eingebaut” hatte, wofür er 150 satte Euro verlangte, diese aber nicht anschließen“ konnte“, weil er kein Elektriker sei und dieses nicht dürfte (ich bin noch nicht wirkich dahinter gekommen, ob es so stimmt), beauftragte ich oben erwähnten Elektriker, auch die Klima-Anlage anzuschließen. Der Installateur hatte mir genaue Anweisungen gegeben.  Es müsse außen am Haus angeschlossen werden, nicht am Stromkreislauf IM Haus. KeineAhnung habend, wovon ich spreche, sagte ich dieses dem Elektriker weiter, der ob des “faulen” Technikers nur seinen Kopf schüttelte und die Klima-Anlage einfach so anschloss, wie er es für richtig hielt. Es musste aber noch immer eine neue Sicherung rein, da sie immer wieder aus ging (die Klima-Anlage  kann übrigens auch heizen und ist meine Rückversicherung, falls die Heizung ausfällt).

Der Klempner war erst auf den zweiten Blick dringend. Oben genannter Elektriker-Klempner sah sich die Bescherung an, reparierte die ersten, notdürftigsten Sachen, und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Ca. 3 Wochen lang „morgen“ reichten mir, um das endgültig zu kapieren.

Apropos morgen, das kaputte Küchenfenster kam auch erst nach 2 Wochen „heute“ oder  „morgen“ und erst nach nachdrücklichem Drängen.

Ein später durch Beziehungen herbeigeschaffter zweiter Klempner (nicht Elektriker) klärte mich auf. Er raparierte einige weitere Notdürftigkeiten aber sagte, es gäbe “viel Arbeit” und das müsse schon der Klempner des Eigentümers machen… so viel Arbeit, dass die Bäder im Grunde rausgerissen und neu eingebaut werden müssten… und wenn er gewusst hätte, wem das Haus gehört, wäre er auch trotz der ihm angedrohten Todesstrafe nicht gekommen; nun war mir auch klar, warum der erste nicht wiedergekommen war.

Auf den Klempner des Eigentümers warten wir immer noch. Immerhin hatte der zweite Klempner mir einen Tipp gegeben, welche Toilettensitze ich bräuchte, so bekam ich beim vierten Anlauf endlich die passenden Klositze… dabei dachte ich, das würde die einfachste Aufgabe werden. Aber was lange währt, wird endlich gut – was für ein Luxus, endlich auf einem richtigen Klositz, und nicht auf der Schüssel, sitzen zu können. Wie schonmal erwähnt, in Griechenland lernt man die einfachen Dinge zu schätzen.

Dann kam der Tag X - ich hatte ihn schon erwartet -, an dem die Heizung ausblieb. Wie gut, dass ich vorsorglich Holz für den Kamin besorgt hatte. Die Sicherung für die Klima-Anlage war noch nicht da, also konnte sie nicht heizen. Wieder durch Beziehungen bekam ich so ziemlich sofort einen Elektriker her ,  ebenfalls unter Androhung der Todesstrafe, wenn er nicht erschiene. Nach einem langen und kalten Tag dachte ich, nachdem er die Sicherung ausgewechselt hatte, wir könnten nun heizen. Aber Pustekuchen, die Klima-Anlage blies nur kalt ins Wohnzimmer.  Ziemlich verzweifelt und durch einen zweifelhaften Trick schaffte ich es, den Klima-Anlagentechniker so ziemlich sofort herzukriegen, der mir kopfschüttelnd mitteilte, dass der sogenannte Elektriker am Anfang nur Scheiße gebaut hätte. Er versuchte, das Problem zu beheben, aber es ging nicht vor dem nächsten Tag. Dem Kamin sei Dank überlebten wir bis zum nächsten Morgen. Der Klima-Anlagentechniker kam am nächsten Morgen doch tatsächlich wieder, arbeitete nochmal eine recht lange Zeit und dann, was für ein Glück, konnten wir recht gut heizen… aber das Glück währte nicht lange, schon lauerte das nächste Problem und ging kurz danach zum Angriff über; ich hatte noch 2 weitere Elektrosachen gleichzeitig angemacht und Peng!, der Sicherungskasten brannte durch… er ging buchstäblich in Flammen auf.

Da saßen wir dann, am kältesten Tag des Jahres, bei 7 Grad Celsius und Nordwind ca. Stärke 9… ohne Strom, ohne Heizung, ohne Licht und ohne große Hoffnung, aus dem Schlammassel wieder rauszukommen. Immerhin hatten wir eine Notunterkunft mit Heizung schon ausgemacht. Wieder mussten wir den Todesstrafentrick anwenden, um den netten jungen Elektriker WIEDER herzubekommen… der hatte aber wiederum sehr spät Feierabend, so verbrachten wir den größten Teil des Tages im Auto, beim Einkaufen und im Haus in Wollsocken und Winterjacke. Aber man muss es alles positiv sehen, wir hatten gute Laune, die Heizung im Auto ging schließlich noch… Aber er kam letztendlich wirklich, und es wurde Licht! Das war unser Weihnachtsengel…

Die Heizung ist soweit repariert, dass wir sie benutzen können, wenn ich sie zweimal am Tag wieder anschalte (der Heizungstechniker ist in den Weihnachtsferien), und auf den Klempner warten wir immer noch. An die Außenleuchten, die auch noch nicht vorhanden sind, werde ich mich wahrscheinlich selbst wagen müssen – mein neues Buch “Heimwerken für Frauen”, kurzentschlossen bei Amazon bestellt, ist schon da… 

4 Kommentare

  1. Kommentar von briusch on 26. März 2008 14:12

    Hallo Martina,

    kommt mir irgendwie bekannt vor…grins.
    Sind in 1,5 Jahren schon 2 mal umgezogen, sind jetzt wieder auf der Suche. Morgens 6 Grad im Haus,Schlafzimmer nicht bewohnbar, da überall, selbst in den Schränken, fett der Schimmel.Wenn es regnet, in allen Zimmern schnell Hantücher unter die Fenster auf die Böden liegen, sonst ist Überschwemmung angesagt. Da die Shutter sowie die Fenster alle defekt sind. Aber 300 € jeden Monat haben wollen. Jetzt haben wir ihm eine Mängelliste und nur 200 € in die Hand gedrückt. Gibt erst ab dem Tag, an dem alles repariert ist wieder die volle Miete. Jetzt bewegt er sich, macht aber Dinge die gar nicht auf der Liste stehn. Mir solls recht sein…der Winter ist vorbei und 200€ sind besser als 300€! Wie Du siehst…anderen gehts nicht anders.

    Liebe Grüße
    Uschi

  2. Kommentar von PATTENSEN on 1. Mai 2008 12:49

    Könnte Gröhlen, wenn ich diese Geschichte lese, nun meine: Jeder weiss in GR geht es nur, wenn man “Freunde” hat. Wir wohnen ca 80 km von Thessaloniki, und mein Freund bestellt bei sinem Freund in Saloniki einen Fernseher und eine Kabelschüssel, einen Receiver hatten wir aus Deutschland mitgebracht. Alles klar? 1. Step:
    2 Monteure kommen aus Saloniki mit dem Fernseher und einer Satelitenschüssel und wuchten diese in unsere Wohnung im 5. Stock auf die Terasse, dort versuchen sie dann, den Astra-Sateliten einzurichten. nach einer Stunde: Kein Erfolg, die Schüssel ist zu klein,Schüssel u n d Fernseher vom 5.Stock ins Auto, “aurio” kommen sie wieder. 2.Step “aurio”:
    Kablschüssel (nun eine grosse) Fernseher in den 5. Stock auf die Terasse…… nach einer Stunde: Aufgabe mit dem Hinweis: Chalassa, kaputt! Aurio!!!!! Schüssel, Fernseher ins Auto, Saloniki…… Ereignis: Sicherung war geflogen!! Mir platzte fast “die Wurst”!!! Also, mein Freund rief seinen Freund in Saloniki an, und erklärte ihm, wenn diese Typen “aurio” kommen und es geht nicht, schmeisse ich sie von oben runter!!!
    3. Step “aufrio”: 2 n e u e Monteure kommen, Satelitenschüssel und Fernseher 5 Stockwerke hoch……
    10 Minuten eingerichtet, Leitungen befestigt, alles toll. Ziga Ziga!!!

  3. Kommentar von Martina on 1. Mai 2008 13:39

    Hallo Pattensen,

    sehr lustig die Geschichte - na ja wenn man nicht selbst das Opfer ist ;-). Ich glaube manchmal, sowas kann nur in Griechenland passieren, oder?

    So jetzt gehe ich mir eure Website anschauen ;-)
    LG
    Martina

  4. Kommentar von Dagmar on 31. Mai 2008 01:51

    die geschichte mit dem klempner und dem elektriker (die wirklich köstlich und aus dem griechischen leben gegriffen ist)hat sich nicht bei dir, sondern in unserem häuschen in GR abgespielt, stimmt’s? das ist alles GR-live! aber das ist es doch, was wir so sehr lieben, oder?
    jassas ke kali nichta ola masi!
    dagmar

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